Datenautobahn nach Birkenfeld
Im September 2005 war das noch echtes Neuland, doch es hat funktioniert, auch wenn am Anfang die Datenautobahn noch eine Kreisstraße war. Kein Wunder, eine Zweigpraxis mit der Hauptpraxis zu vernetzen, war damals ein echtes Abenteuer, noch dazu über ISDN. Für eine Bergsteigerin wie Dr. Désirée Burg und die klettergeschulte Praxis Burg und Schmelzer in Idar-Oberstein also genau das richtige. Zumal die Konstruktion Kostenersparnis, rationelles Arbeiten und Zukunft versprach.
Das Versprechen hat gehalten, heute ist das Zweigpraxenmodell in aller Munde – die Anbindung der Praxis Burg und Schmelzer über 16000er DSL quasi ein Selbstläufer. Die vorausschauende, Terminalserver-fähige Architektur der Praxis-Software von EVIDENT hat es von Anfang an ohne zusätzlichen Programmieraufwand möglich gemacht, Praxisdaten über eine sichere VPN-Verbindung vom einen zum anderen Standort zu übertragen bzw. auf Daten und Geräte zugleich zuzugreifen. In der Idar-Obersteiner Hauptpraxis stehen neben dem Server neun Workstations, die 21 Kilometer entfernte Zweigpraxis im Birkenfelder Krankenhaus nutzt fünf Workstations, die nebst Peripheriegeräten wie Scanner, Printserver bzw. Drucker mit dem Server in der Hauptpraxis vernetzt sind.
Die Oralchirurgen Dr. Désirée Burg und Dr. Patrik Schmelzer wechseln wöchentlich den Praxisort zusammen mit ihrem Team. Ausnahme ist Karin Schmidt, die sich in der Hauptpraxis um die Verwaltung kümmert. Auch Dr. Marcel Allihn pendelt, seit er als dritter Behandler die Praxisgemeinschaft verstärkt. Beide Praxen sind in unterschiedlichen Schichten besetzt, entweder von 7.30 bis 15.30 Uhr oder von 10.30 bis 19.30 Uhr. Ab 2008 verlängern sich die Öffnungszeiten.
Die Praxis bestellt die Patienten in der Regel behandlerbezogen ein. Dank des wöchentlichen Wechsels klappt das ganz gut, zumal die Patienten kein Problem darin sehen, auch mal an den jeweils anderen Standort zu fahren.

Die Herausforderung an die Architektur eines solchen EDV-Systems ist, die Zusammenarbeit von Teams auch über eine größere räumliche Distanz zu erleichtern. 21 Kilometer sind zu weit, um sich auf Zuruf zu verständigen. Vom Terminplaner abgesehen, muss es beispielsweise möglich sein, dass ein Behandler in Birkenfeld das Schreiben eines Kostenvoranschlags an die Verwaltung in Idar-Oberstein delegiert. „Das haben wir mit den Aufgabenfähnchen in EVIDENT perfekt gelöst“, sagt Svenja Zachrau vom Praxisteam. Einfach nach den gelben Fähnchen sortieren, und schon hat man alle Aufgaben dieses Typs gesammelt auf dem Schirm.
Oder EVI-Mail: Statt immer wieder zum Hörer zu greifen, lassen sich in EVIDENT innerhalb des Praxisnetzes E-Mails von einem Arbeitsplatz zum anderen verschicken. Apropos schicken: Auch auf Röntgenbilder können beide Praxen zugreifen. Die werden eingescannt und können mithilfe des Medienmoduls von EVIDENT per Mausklick aus der Karteikarte des Patienten heraus zur Orientierung geöffnet werden, wo sie als Miniaturbild sichtbar sind. Ähnlich verhält es sich mit Dokumenten, die ebenfalls auf dem Server liegen und für die eine Verknüpfung im Navigator der elektronischen Karteikarte liegt. Die papierne wird mehr und mehr zum Auslaufmodell. In Zukunft wird die Praxis das Medienmodul dazu nutzen, auch Bilder einer Digitalkamera von Implantaten, Sinus Lift oder anderen Eingriffen patientenbezogen zu archivieren. Zudem denken die Inhaber daran, eine weitere Praxis zu eröffnen. Das Praxismanagement-System von EVIDENT macht's jedenfalls möglich.
Ein absolutes Muss: die EDV eingehend planen. Für das Management mehrerer Praxen mit einem System braucht es netzwerkfähige und belastbare Hard- und Software. Wer größere Datenmengen bewegen will, benötigt einen schnellen DSL-Anschluss.


