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Ein Sprung ins kalte Wasser

Ein Sprung ins kalte WasserUrsprünglich sollte es Mathematik sein, doch das Fach war bei Fachhochschulen nicht studierbar. Also war die Wirtschaftsinformatik Werner Rampetsreiters erster Schritt zum Geschäftsführer der EVIDENT GmbH. Diese Aufgabe erfüllt er nun seit 20 Jahren; vor 25 Jahren hat er bei der Vorgängerfirma DIALOG als Programmierer begonnen.

Doch das Programmieren sollte keine Dauerlösung sein, denn Rampetsreiters Weg führte mehr und mehr in Richtung Service. Als Allrounder hat er Telefonsupport geleistet, als Techniker Löcher gebohrt, Kabel gezogen, Computer eingerichtet, aufgerüstet und repariert. „Eine spannende Zeit“, sagt er und denkt an die vielen Stunden des Tüftelns und den intensiven Kontakt zum Kunden. „Damals hatte man mehr Zeit füreinander.“

1987 musste ein neuer operativer Geschäftsführer her. Erneut übernahm Werner Rampetsreiter eine Aufgabe, die er ursprünglich nicht auf dem Plan hatte. Ein Sprung ins kalte Wasser, wie sich schnell zeigte: Mit der rasanten technischen Entwicklung bröselte die Basis der Mittleren Datentechnik Mitte der 80er Jahre langsam weg und die Verbindlichkeiten der Firma nahmen bedrohliche Ausmaße an. „Eine Mehrplatzanlage kostete damals an die 200.000 Mark und man musste einen Vorrat halten, damit  man Bestellungen schnell bedienen konnte.“ Trotzdem gab es nie den Gedanken ans Aufgeben; die Kreativität der Dialog-Truppe unter Führung von Werner Rampetsreiter und Dr. Pawel Lurje, Programm-Stratege der ersten Stunde, war ganz darauf gerichtet, aus eigener Kraft den kundenorientierten Weg hinaus aus dem Tunnel zu finden.

„Zu jener Zeit gab es nur die Firma“, sagt Rampetsreiter mit Blick auf unzählige Wochenenden, die er, frischgebackener Familienvater, am Arbeitsplatz verbracht hat und doch immer auf die Unterstützung seiner Frau setzen konnte. Er bewährte sich auch im Vertrieb, demonstrierte zusammen mit einer Hotline-Mitarbeiterin den Kunden vor Ort das Programm. Im Prinzip war damals die ganze Firma unterwegs. Besonders zur Einführung der neuen GOZ Anfang 1988, als die Techniker die Updates persönlich ausgeliefert haben – während die nächsten Änderungen schon in der Mache waren.

Dann das neue Windows-Programm, das zusammen mit dem Konkurrenten ACTIO entwickelt wurde. Aus DIALOG und ACTIO wurde EVIDENT und das gleichnamige Programm, präsentiert auf der IDS 1997, vereinte die Vorteile seiner Vorgänger: die Komplexität des DIALOG-Programms und die Bedienerfreundlichkeit von ACTIOdent.

Beide Firmen fusionierten im Jahr 2000, die Kundenzahlen blieben im stetigen Aufwärtstrend, wie es der Philosophie von Werner Rampetsreiter entspricht: „Wir wachsen lieber kontinuierlich als explosionsartig. Viele Firmen, die rasch gewachsen sind, sind längst wieder von der Bildfläche verschwunden oder haben ihre Eigenständigkeit verloren.“

Dabei war Rampetsreiters Ziel immer die gute Lösung für Zahnärzte, Kieferchirurgen und Kieferorthopäden. „Ginge es nur ums Geld, hätte ich keine Freude daran.“ Stolz ist er, wenn Kunden, Geschäftspartner oder Lieferanten sein Unternehmen als respektabel wertschätzen. Und wenn wieder einmal der Zuwachs an Mitarbeitern evident wird.

Die harte Arbeit hat sich gelohnt, der 49-jährige blickt auf seine 25 Jahre EVIDENT mit der Weisheit und Gelassenheit geballter Lernerfahrung zurück. „Der Support von oben war immer gut“, sagt er mit Blick gen Himmel und weiß, dass er auch künftig dem Leben etwas zurückgeben wird – wie momentan die ehrenamtliche Arbeit mit Jugendlichen. Und wenn nach einer weiteren Geschäftsführerdekade oder mehr dann langsam der Rückzug aus dem operativen Geschäft ansteht, wird's vielleicht doch noch was mit dem täglichen Radfahr-Training.

Kunden-News 01/2008

 

 

 

 

 
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