Seit über 50 Jahren entwickelt EVIDENT Lösungen für Zahnarztpraxen. Heute spielen dabei die Digitalisierung und künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. Geschäftsführerin Christina Berg spricht darüber, was moderne Praxissoftware leisten muss, was EVIDENT von anderen Anbietern unterscheidet und welche Neuerungen die Anwender erwarten können.

 

Frage: EVIDENT gibt es seit über 50 Jahren. Was macht das Unternehmen heute aus?

Christina Berg: EVIDENT verbindet langjährige Erfahrung mit kontinuierlicher Weiterentwicklung. Unser Anspruch ist, Praxen mit einer Lösung zu unterstützen, die den gesamten Praxisalltag abbildet – von der Verwaltung und Abrechnung über die Dokumentation bis hin zu modernen digitalen Services. Dabei stehen für uns die Menschen in der Praxis im Mittelpunkt. Wir entwickeln nicht einfach Funktionen, weil eine Technologie verfügbar ist, sondern fragen uns immer: Welchen konkreten Nutzen hat sie für unsere Anwender?

 

Was unterscheidet EVIDENT dabei von anderen Praxisverwaltungssystemen?

Ein wichtiger Punkt ist sicherlich unsere Nähe zu den Anwendern. Wir kennen die Abläufe und Herausforderungen in Zahnarztpraxen sehr genau und entwickeln EVIDENT entsprechend weiter. Gleichzeitig ist unsere Software flexibel und modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche Praxisstrukturen und Anforderungen anpassen. Hinzu kommt die enge Verzahnung mit Lösungen beispielsweise für Online-Terminierung, Kommunikation oder KI-gestützte Prozesse. So entstehen keine Insellösungen, sondern sinnvoll miteinander verbundene Abläufe.

 

Künstliche Intelligenz ist derzeit eines der großen Themen. Wo sehen Sie den größten Nutzen für Zahnarztpraxen?

Vor allem dort, wo KI wiederkehrende Aufgaben übernehmen und Teams entlasten kann. Mit Doctos beispielsweise decken wir KI-gestützte Spracheingabe von Befund, Leistungen und Dokumentation ab, während DokFee die Patientenkommunikation, Online-Terminbuchung, Anrufmanagement, digitale Patientenaufnahme und Abrechnung in einem zentralen Dashboard bündelt und so die telefonische Kommunikation mit Patienten KI-gestützt erleichtert. Besonders innovativ ist der DokFee Voice Agent, ein KI-gestützter Anrufbeantworter, der sehr natürlich wirkt und eingehende Anrufe effizient entgegennimmt. Neben verschiedenen Stimmen können Praxen auch ihre eigene Stimme hinterlegen und den Voice Agent so individuell an ihre Praxis anpassen.

Entscheidend ist für uns aber: KI soll den Menschen nicht ersetzen. Sie soll Freiräume schaffen, damit das Praxisteam mehr Zeit für die Patienten und die wirklich wichtigen Aufgaben hat.

 

KI spielt bei EVIDENT also nicht nur im Produkt eine Rolle?

Nein, KI ist für uns auch intern ein wichtiges Thema. Wir setzen dabei allerdings bewusst auf einen schrittweisen und verantwortungsvollen Einsatz. Ein konkretes Beispiel ist unser KI-Chatbot für den First-Level-Support, den wir gerade entwickeln. Zu Beginn wird er einen abgegrenzten Teilbereich von Fragen rund um die EVIDENT-Software beantworten.

Anschließend soll er kontinuierlich weiterentwickelt und sein Wissensspektrum nach und nach erweitert werden. Auch in anderen Bereichen des Unternehmens setzen wir bereits KI ein – immer mit Bedacht und dort, wo sie einen konkreten Mehrwert bietet.

 

Sie entwickeln EVIDENT kontinuierlich weiter. Was kommt als Nächstes?

Eine Neuerung, auf die wir uns besonders freuen, ist der EVIDENT Patienten-Check-in, kurz PCI. Damit können sich Patienten bei ihrer Ankunft selbstständig über ein Tablet anmelden. Sie können angeben, ob sie einen Termin haben, einen Termin vereinbaren möchten, Schmerzen haben oder ein anderes Anliegen haben.

Der PCI wird dabei stufenweise eingeführt. Bis zu unseren Herbstmessen werden wir die erste Stufe umsetzen und die Kernfunktionen vorstellen. In einer zweiten Stufe sind für die erste Jahreshälfte 2027 erweiterte Funktionen geplant, beispielsweise das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Darüber hinaus soll der PCI künftig auch die Weiterleitung zur digitalen Anamnese über einen QR-Code sowie eine Anmeldung per QR-Code ermöglichen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist außerdem eine Bezahlfunktion vorgesehen.

 

Welchen konkreten Vorteil bietet der PCI für die Praxis?

Vor allem eine spürbare Entlastung der Anmeldung. Das Praxisteam muss nicht jeden Patienten persönlich am Empfang aufnehmen und kann sich anderen Aufgaben widmen. Gleichzeitig ist der PCI direkt mit EVIDENT verbunden: Die eingegebenen Informationen werden automatisch an die Praxissoftware übermittelt. So bleibt der Ablauf für das Team effizient und die Patienten können sich schnell und unkompliziert anmelden.

 

Was ist Ihnen als Geschäftsführerin bei der Weiterentwicklung von EVIDENT besonders wichtig?

Innovation und Erfahrung miteinander zu verbinden, ist mir besonders wichtig. Wir möchten neue Technologien sinnvoll nutzen, ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren: Eine gute Praxissoftware muss zuverlässig funktionieren, sich in den Alltag integrieren und den Menschen die Arbeit erleichtern. Wenn Digitalisierung genau das schafft und gleichzeitig mehr Raum für die persönliche Betreuung der Patienten lässt, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Berg.